Würzburg.
Zwischen großen Bühnen, vollen Gassen und dem bunten Programm der Katholikentage stand auch IN VIA Würzburg an einem eher unscheinbaren Ort: von 13 bis 16 Uhr am Stand der Kirchenfrauenkonferenz. Kein großes Spektakel, keine lauten Aktionen – dafür viele ehrliche Gespräche.
Und genau darum ging es.
Zwischen Regenschauern, nassen Flyern und kurzen Sonnenmomenten blieben viele Besucher*innen trotzdem stehen. Sie stellten Fragen, hörten zu und nahmen sich Zeit für Themen, die sonst oft im Verborgenen bleiben.
Manche hatten zum ersten Mal von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C) gehört. Andere wollten wissen, warum geflüchtete Frauen besonderen Schutz brauchen. Wieder andere erzählten von eigenen Erfahrungen, Begegnungen oder ihrer Arbeit im sozialen Bereich.
Das Team von IN VIA Würzburg stellte an diesem Nachmittag vor allem den Fachbereich Migration vor – darunter die Beratungsstelle FGM/C und das Frauenschutzwohnen für geflüchtete Frauen und ihre Kinder.
Denn hinter diesen Angeboten stehen Geschichten von Frauen, die Krieg, Gewalt, Zwangsheirat oder sexualisierte Übergriffe erlebt haben. Frauen, die oft nach einer langen Flucht in Deutschland ankommen – und trotzdem noch keinen sicheren Ort gefunden haben.
Mit dem Frauenschutzwohnen möchte IN VIA genau das schaffen: einen Ort zum Ankommen. Einen Ort, an dem Frauen und Kinder für einen Moment durchatmen können. Und an dem neue Perspektiven entstehen dürfen.
Dass dieses Thema viele Menschen bewegt, zeigte sich auch bei der Spendenaktion der Pax-Bank. Zahlreiche
Besucher*innen unterstützten das Projekt spontan und signalisierten damit: Hinschauen hilft. Zuhören hilft. Und konkrete Unterstützung hilft erst recht.
Vielleicht waren es bei den Katholikentagen nicht die größten Schlagzeilen. Aber für IN VIA Würzburg waren es wichtige Stunden – voller Begegnungen, Offenheit und dem Gefühl, dass selbst ein kleiner Infostand viel bewegen kann.
Anna Ernstberger