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IN VIA Bayern e. V. – München / Würzburg. Vielen zugewanderten Frauen gab sie in Bayern ein Stück Heimat und Hoffnung zurück: Agnes Calda-Ranzinger, fast 30 Jahre lang Motor des vielfach ausgezeichneten und beim Frauenverband IN VIA Bayern e.V. angesiedelten „Kontakt-, Förderungs- und Integrationszentrums für außereuropäische Frauen und deren Familien“ (IN VIA KOFIZA Landesstelle Bayern), wurde jetzt im Rahmen einer bunten Abschiedsfeier in München in den Ruhestand verabschiedet.

Durch ihren zunächst ehrenamtlichen Einsatz legte die gebürtige Filipina in den 1980er Jahren den Grundstock für ein innovatives und selbstbestimmtes Integrationsprogramm, das Migrantinnen hilft, in ihrer neuen Heimat gut anzukommen und Wurzeln zu schlagen. Ihr Ansatz: Von Migrantinnen für Migrantinnen. Die studierte Historikerin und dreifache Mutter rief die ersten Selbsthilfegruppen ins Leben, in denen sich die Frauen austauschten und hörten wie man sich in Bayern als Migrantin zurechtfinden kann. Die spätere IN VIA KOFIZA Arbeit war geboren. Vor 28 Jahren fanden die Gruppen eine Heimat bei IN VIA Bayern e.V. Katholischer Verband für Frauen und Mädchensozialarbeit, einem Fachverband der Caritas. Diese Institutionalisierung war auch ein Wunsch der Deutschen Bischofskonferenz, so die ehemalige IN VIA Bayern-Vorsitzende Prof. Anneliese Diery in einem Rückblick.
Was als „kleine“ Beratungsstelle in Calda-Ranzingers Wohnzimmer begann, ist längst zu einem bayernweiten Netz von 17 Selbsthilfegruppen und drei festen Beratungsstellen geworden. Neben einer umfassenden Beratungstätigkeit gehören auch Erziehungsberatungskurse zum Programm von IN VIA KOFIZA vor Ort. Außerdem können sich Frauen bei Behördengängen begleiten lassen oder in Schreibwerkstätten ihre Geschichte aufarbeiten. Jüngstes Kind ist das Projekt "Zuhause in Bayern", in dem sich schon länger hier ansässige Migrantinnen ehrenamtlich für Flüchtlingsfrauen und Zuwanderinnen engagieren, die sich noch nicht so lange in Bayern aufhalten – in Regensburg genauso wie in Nürnberg, Würzburg und seit neuestem in Ingolstadt und Augsburg. Gefördert wird „Zuhause in Bayern“ von der Deutschen Fernsehlotterie, vom Bayerischen Sozialministerium, vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und durch Spenden, wie z.B. von der Dr. Harry und Irene Röser-Bley Stiftung und dem Zonta-Club München 1.

Agnes Calda-Ranzinger steuerte, koordinierte und inspirierte in all den Jahren als Leiterin der Landesstelle die KOFIZA-Arbeit in Bayern. "Sie haben sehr viel geschaffen, bewegt und erreicht", sagte Ulrike Faust, stellvertretende Vorsitzende von IN VIA Bayern e.V. bei der Abschiedsfeier, "sie leisteten nicht nur die grundsätzliche Arbeit einer Koordinationsstelle, sondern initiierten immer wieder Neues." Dank und Anerkennung für den IN VIA Bundesverbandes sprach Regine Rosner (Freiburg) aus. Mit Agnes Calda-Ranzinger gehe eine kraftvolle, willensstarke Frau in den Ruhestand, die sich über Jahrzehnte mit Humor und Ideenreichtum für IN VIA KOFIZA und die Interessen der betroffenen Frauen stark machte, betonte Ulrike Faust. So lautete der Titel eines von ihr vorangetriebenen Community-Organizing-Projekts nicht umsonst: „Wir können mehr!“
Ihr beispielhaftes Engagement würdigte der Deutsche Caritasverband längst mit der Caritas-Dankmedaille.

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