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IN VIA Kath. Mädchensozialarbeit e.V., Diözesanverband Würzburg

Bahnhofsmission macht mobil
Beim Tag der offenen Tür den Reisebegleitungs-Service vorgestellt


Tag der Bahnhofsmission: In der Wartehalle und vor den Gleisen feierten das Team und die örtlichen Kirchengemeinden mit Gästen einen ökumenischen Gottesdienst.


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Rund 100 Bahnhofsmissionen gibt es in Deutschland. Dass eine seit 1926 auch in dem relativ kleinen Zubringerbahnhof Schweinfurt beheimatet ist, nennt Sozialreferent Jürgen Montag einen „Glücksfall“. Dass die Einrichtung nachgefragt wird, beweisen die Zahlen: 30 bis 40 Kontakte pro Tag sind der Normalfall, 15 bis 20 Mal rücken die zumeist ehrenamtlichen Mitarbeiter täglich aus, um an den Gleisen beim Um-, Aus- und Zusteigen behilflich zu sein. Denn der Schweinfurter Hauptbahnhof ist alles andere als barrierefrei, Behinderte haben hier keinen leichten Stand. „Sie sind für diese Menschen unverzichtbar“, lobte Montag die derzeit neun „Bahnhofsmissionare“ am Samstag im Rahmen einer ökumenischen Feier anlässlich des Tags der Bahnhofsmission.
Der katholische Pfarrbeauftragte Michael Pfrang von der nahen Pfarrgemeinde St. Josef und sein evangelischer Kollege Harald Deininger (Auferstehungskirche) eröffneten den offiziellen Teil mit einem „mobilen Gottesdienst“ in der Wartehalle und an den Gleisen; schon diese ungewöhnliche Messe sollte hindeuten auf ein neues Angebot der Bahnhofsmission, das an diesem Tag offiziell vorgestellt wurde und unterfrankenweit bislang einmalig ist.
Pilotprojekt
„Die Bahnhofsmission macht mobil“ lautet das Motto eines Pilotprojekts unter der Federführung des Schweinfurter Bürgerarbeiters Elmar Rachle. Angeboten werden neben den stationären Diensten in Notfällen auch Reisebegleitungen innerhalb der Region – von Schweinfurt bis Würzburg im Westen, Bamberg im Osten, Bad Kissingen oder Bad Neustadt im Norden.
Adressaten sind behinderte Menschen ebenso wie Personen mit Reiseängsten sowie alleinerziehende Mütter oder Väter mit Kind, denen die Bahnfahrt zum Arzt oder auch zum Konzertbesuch, zur Kur oder zum Familientreffen durch eine Begleitperson der Bahnhofsmission erleichtert werden soll.
Rachle hat das Projekt seit Jahresbeginn vorbereitet, selbst bereits Begleiterfahrungen gesammelt und ist jetzt dabei, ein Team ehrenamtlicher Helfer aufzubauen, das sich in den Dienst der guten und sinnvollen Sache stellt. Sein durch die Stadt Schweinfurt finanziell gefördertes Engagement ist zunächst auf drei Jahre befristet – Zeit genug, um es auf sichere Beine zu stellen. Die Fahrten der Begleiter werden übrigens durch die Deutsche Bahn gesponsert, es entstehen also keine weiteren Kosten.
Die Stadt und die von den kirchlichen Sozialinstitutionen IN VIA und Diakonie getragene Bahnhofsmission – das ist über die Jahre ein gutes Team geworden.
Renoviert
Montags Sozialreferat unterstützt den laufenden Betrieb mit einem regelmäßigen finanziellen Obolus, gab jetzt auch 2000 Euro dazu, als die Räumlichkeiten im Bahnhofsgebäude renoviert wurden. Neu ausgestattet wurden die Küche und der Beratungsraum mit Spielecke, auch Wickel- und Aufenthaltsraum bekamen einen neuen Anstrich. Die Mission ist dabei nicht nur Anlaufstelle für Durchreisende in Not – die etwa bestohlen wurden, etwas verloren haben, von Ängsten und Sorgen geplagt werden – sondern „strahlt auch in die benachbarten Stadtteile aus“, so Montag. Tatsächlich finden sich dort regelmäßig einsame, ältere Menschen aus Oberndorf oder vom Bergl zum nachmittäglichen Plausch ein und haben so ein Stück regelmäßige Alltagsnormalität.
Geöffnet und besetzt ist die Einrichtung werktags von 7 bis 17 Uhr, samstags von 8 bis 14 Uhr. Unter den neun Mitarbeitern gibt es zwei Hauptamtliche in Voll- und Teilzeit sowie drei geringfügig Beschäftigte. Das Motto des diesjährigen bundesweit begangenen Tags der Bahnhofsmission lautete „Lass Dich vom Leben überraschen – freiwillig engagieren in der Bahnhofsmission“. Gesucht werden denn auch noch ehrenamtliche Helfer, insbesondere für die kostenlosen mobilen Reisebegleitungen.
Interessenten wenden sich telefonisch an die Bahnhofsmission, ebenso natürlich Kunden, die eine Reisebegleitung wünschen. Hier ist eine gewisse Vorlaufzeit erforderlich. Die Nummer der Bahnhofsmission in Schweinfurt ist für beide Personengruppen gleich: Tel. (0 97 21) 8 59 50.


Von unserem Redaktionsmitglied Holger Laschka

 

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